EduCare

EduCare ist ein überparteilicher österreichweiter Verein, der sich aus einem Netzwerk von Vertreter*innen elementarer Bildung zusammensetzt. Die Begegnung von Praxis und Wissenschaft ist Grundlage für den umfassenden Gedankenaustausch und hat zum Ziel, dass jedes Kind, das in Österreich eine elementare Bildungseinrichtung besucht, in dieser bestmögliche Anregung und Begleitung seiner Entwicklungs- und Bildungsprozesse erfährt.

Der Verein wird vom Vorstand geführt, der Geschäftsleitung koordiniert und von institutionellen und individuellen Mitgliedschaften getragen.

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Aktuelles

EduCare Tagung: Qualitätscheck Elementarpädagogik- Inklusion (er)leben

Inklusive Bildung ist ein Kinderrecht

Am 24.01.2023, dem Tag der Elementarbildung, fand im Festsaal des Wiener Rathauses die Tagung „Qualitätscheck Elementarpädagogik-Inklusion (er)leben“ des Vereines EduCare statt.

Mit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen hat sich Österreich dazu verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem, beginnend in der elementaren Bildung, umzusetzen. „Frühe Bildung für jedes Kind“ – eine selbstverständlich anmutende Aussage, welche in Österreich jedoch nach wie vor große Herausforderungen mit sich bringt.

Bei der Tagung „Qualitätscheck Elementarpädagogik: Inklusion (er)leben“ wurde ein analytischer Blick auf die Ausgangslage in Österreich und ihre Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft geworfen.
Dafür wurden Vortragende aus Fachbereichen Recht, Inklusive Pädagogik und Bildung und Erziehung eingeladen.

In Form von Vorträgen brachten Mag. Sebastian Öhner, Rechtsreferent
Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien, Dr. Timm Albers, Professor für Inklusive Pädagogik an der Universität Paderborn, sowie Dipl. Päd. Petra Wagner, Leitung der Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung ihre Expertise dem Publikum näher.

Sebastian Öhner gab einen Überblick zu den kinderrechtlichen Bestimmungen und den aktuell bestehenden Problemlagen und sagte: „In unserer Verfassung ist verankert, dass jedes Kind ein Recht auf bestmögliche Entwicklung und Entfaltung hat. Dazu zählt auch die Ermöglichung einer qualitativ-hochwertige inklusiven Bildung. Genau das muss aus kinderrechtlicher Sicht für alle Kinder möglich sein.“

Timm Albers thematisierte die Inklusion als Motor für Qualität im Kindergärten. Dabei brachte er zum Ausdruck: „Nicht mehr die Frage danach, ob ein Kind in eine Institution aufgenommen werden kann, sondern wie sich eine Einrichtung auf die Bedarfe von Kindern einstellt, steht im Vordergrund einer inklusiven Elementarpädagogik.“
Inklusion ist also in aller Munde, doch wie übersetzen sich die hohen Ansprüche in die konkrete pädagogische Praxis?

Petra Wagner stellt den Ansatz „Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung“, der seit über 20 Jahren von der Fachstelle Kinderwelten im Institut für den Situationsansatz in Berlin entwickelt und verbreitet wurde, vor und hielt fest: „Inklusion im Sinne konsequenter Nicht-Ausgrenzung ist mit Veränderungen auf allen Ebenen verbunden: auf persönlich-fachlicher, auf institutioneller Ebene und auf der Ebene des Bildungssystems. Inklusion kann nicht auf eine Frage der individuellen Haltung reduziert werden. Sie braucht Investitionen, in Qualifizierung, Strukturen, Reflexionszeiten und pädagogische Konzepte.“

Geladen waren außerdem Politiker*innen, um sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.

So eröffnete Christoph Wiederkehr, M.A. (NEOS) die Veranstaltung:
„Alle Kinder müssen in Kindergärten, auf ihrem Weg des Entdeckens und Wachsens, gut begleitet werden. Hierbei gibt es noch viel zu tun, die Politik ist hier gefordert. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein gutes Betreuungsverhältnis, also der Fachkraft-Kind Schlüssel, notwendig. Der Baustein für ein weiteres glückliches Leben wird in den elementaren Bildungseinrichtungen gelegt.“

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion führten Expert*innen aus der Praxis gemeinsam mit Mag.a  Petra Pinetz-Schmid (Integration Wien), Mag.a Sybille Hamann (Bildungssprecherin Die Grünen) und Dipl. Päd. Petra Wagner (Fachstelle Kinderwelten) eine zukunftsweisende Debatte.

Sybille Hamann hielt fest: „Das Grundproblem der Elementarpädagogik liegt in der Zersplitterung der Kompetenzen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Das hindert uns daran, die großen Hebel einzusetzen. In manchen Bereichen haben wir aber schon die Weichen richtig gestellt: zum
Beispiel der Hochschullehrgang für inklusive Elementarpädagogik, auch die
Ausbildungsoffensive kommt gerade richtig in Fahrt. Ein wichtiger Schritt ist das neue Fachkräfte-Stipendium für angehenede Elementarpädagog*innen.“

Außerdem nahm Mag.a Martina Künsberg Sarre (Bildungssprecherin Neos) an der Veranstaltung teil und betonte: „Was getan werden muss, um die Bildungs-, Betreuungs- und Arbeitsbedingungen in der Elementarpädagogik zu verbessern, ist seit Jahren bekannt. Bisher
scheitert es am Geld und am hinhaltenden Widerstand unterschiedlicher Ebenen und Parteien. Die nächste Gelegenheit für echte Fortschritte sind die Verhandlungen über den Finanzausgleich. Nichts tun ist keine Option, denn angesichts des Fachkräftemangel ist Gefahr in Verzug. Jeder Euro, der jetzt in die Elementarbildung und Kinderbetreuung investiert wird, lohnt sich mehrfach für Kinder, Eltern und uns alle.“

 

Mit freundlicher Unterstützung von

Material zur Tagung

Hier finden Sie die PowerPoint-Folien der Vortragenden:

Und hier können Sie die Tagung auf YouTube finden:

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