EduCare

EduCare ist ein überparteilicher österreichweiter Verein, der sich aus einem Netzwerk von Vertreter*innen elementarer Bildung zusammensetzt. Die Begegnung von Praxis und Wissenschaft ist Grundlage für den umfassenden Gedankenaustausch und hat zum Ziel, dass jedes Kind, das in Österreich eine elementare Bildungseinrichtung besucht, in dieser bestmögliche Anregung und Begleitung seiner Entwicklungs- und Bildungsprozesse erfährt.

Der Verein wird vom Vorstand geführt, der Geschäftsleitung koordiniert und von institutionellen und individuellen Mitgliedschaften getragen.

Erhalten Sie hier einen Überblick über die Ziele und Wirkungsbereiche von EduCare.

Möchten Sie elementare Bildung in Österreich unterstützen? Dann finden Sie hier alle Informationen zur Mitgliedschaft und Fördermöglichkeiten.

Aktuelles

Akzeptanz- und Bedarfsaspekte Hochschulstudien Elementarpädagogik

Liebe Pädagog*innen,

Das Industriewissenschaftliche Institut (IWI) erarbeitet derzeit im Auftrag Fachhochschule Campus Wien eine Studie zum Thema „Akzeptanz- und Bedarfsaspekte Hochschulstudien Elementarpädagogik“. Ziel der Studie ist es, Entscheidungsgrundlagen für die Planung von zukünftigen Bildungsangeboten mit Fokus Elementarpädagogik zu ermöglichen.

Pädagog*innen werden ersucht zur Planung der zukünftigen hochschulischen Ausbildung Elementarpädagogik beizutragen, indem Sie den Fragebogen ausfüllen. Die Beantwortung der Fragen nimmt nur wenige Minuten in Anspruch.

Um an dieser Umfrage teilzunehmen, klicken Sie bitte auf folgenden Link:

https://science.iwi.ac.at/index.php/724514?newtest=Y&lang=de

Online Podiumsdiskussion

„Wie geht es eigentlich den Kindern? Die vergessene Bevölkerungsgruppe im Corona Maßnahmenpaket der Regierung“.

(Wien, 02.07.2021) Über ein Jahr Pandemie – und wie geht es den Kindergartenkindern?

Welchen Herausforderungen und Belastungen waren Kinder während der Pandemie ausgesetzt?

Diese und weitere spannende Fragen diskutierten Vertreterinnen von EduCare am 1. Juli mit Mag.a Caroline Culen, PhD (Geschäftsführerin Liga für Kinder- und Jugendgesundheit), Susanna Haas, MA (Pädagogische Leiterin St. Nikolausstiftung),  Dr.med.univ. Martin Sprenger (Public Health Experte, Med Uni Graz), emer. Univ.-Prof. Drin. Drin. Christiane Spiel (Bildungspsychologin, Uni Wien).

Public Health Experte Martin Sprenger betonte die Bedeutung der Gesundheit der jungen Bevölkerungsgruppe: „Kinder und Jugendliche sind unsere gesündeste Bevölkerungsgruppe und die Generation der Zukunft. Ihnen ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen, sollte auch in einer Pandemie höchste Priorität haben. Eine krankheits- und risikoorientierte Betrachtung ist dafür viel zu eindimensional. Stattdessen sollte viel mehr auf die Determinanten von Gesundheit geachtet werden. Dazu gehören vor allem die Förderung der psychosozialen Gesundheit, der uneingeschränkte Zugang zu Bildung, soziale Teilhabe, die Bekämpfung von Kinderarmut, ausreichend Bewegung, und vieles mehr.“

Mag. a Caroline Culen, PhD ist Geschäftsführerin Liga für Kinder- und Jugendgesundheit. Sie spricht den Stellenwert von elementaren Bildungseinrichtungen an: Gesundes Aufwachsen aller Kinder in Österreich ist die Mission der Kinderliga. Gesundheit ist ganz eng verknüpft mit Bildung. Hier hat die Elementarpädagogik einen enormen Stellenwert! In die frühe Förderung und das Lernen auf allen Ebenen von Anfang an zu investieren ist eine der wichtigsten Maßnahmen um körperliche, psychische und soziale Gesundheit über die gesamte Lebensspanne zu sichern.“

Eine pädagogische und praxisbezogene Perspektive brachte Susanna Haas,  MA (Pädagogische Leiterin, St. Nikolausstiftung) ein. Sie stellt fest: „Im Bereich Kindergarten wurde sichtbar, dass die gegenseitige Unterstützung der Kinder untereinander deutlich zugenommen hat und auch die Selbstständigkeit gestiegen ist. Auf der anderen Seite haben die zunehmenden Herausforderungen im pädagogischen Alltag, wie z.B. die Überlastung des Personals oder Kinder mit speziellem Unterstützungsbedarf, die es auch schon vor der Pandemie gegeben hat, Fahrt aufgenommen und sich verdichtet. Fehlende Ressourcen, ob für die Institution oder für Familiensysteme, haben sich ungünstig auf die Entwicklung der Kinder ausgewirkt. Umgekehrt hatte ein regelmäßiger Besuch des Kindes im Kindergarten oder günstige familiäre Bedingungen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden der Kinder.“

Dies stellte auch Christiane Spiel (Bildungspsychologin, Uni Wien) in ihrer Studie fest: „Unsere Studie hat gezeigt, dass die Pandemie bereits existierende Missstände für die Elementarpädagog:innen verstärkt hat. 90 % berichten von stetig ansteigenden Anforderungen, 79 % von großem Zeitdruck und 66 % von häufigem Stress. Die Wertschätzung wird im Verhältnis zur belastenden Arbeit als sehr gering wahrgenommen. Die Elementarpädagog:innen geben jedoch auch an, aus der Krise gelernt und diverse Kompetenzen erworben und weiterentwickelt zu haben – von Medien- und Führungskompetenzen über eine neue Flexibilität im Umgang mit Unsicherheiten bis hin zu besseren Hygienekonzepten.“

Im Anschluss gab es die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Lösungsvorschläge mit Politiker*innen zu diskutieren.

Martina Künsberg-Sarre (Bildungssprecherin, NEOS) ist der Meinung: „Österreich hat in der Elementarbildung im internationalen Vergleich großen Aufholbedarf. Während Norwegen und Schweden in Kindergärten, Kleinkinderbetreuung und Vorschule  2% des BIP investieren, sind es hierzulande nur 0,6%. Es braucht einen – langfristig angelegten, aber verbindlichen – Stufenplan, um hier aufzuholen. Nur so können kleinere Gruppen und mehr Unterstützung für die Pädagog:innen finanziert werden, damit in Zukunft jedes Kind entsprechend seinen Bedürfnissen und Talenten wahrgenommen und gefördert wird. Im Zuge meiner Elementarbildungs-Tour durch alle Bundesländer möchte ich das Netzwerk derer stärken, die sich für dieses Herzensanliegen einsetzen.“

 Sibylle Hamann (Bildungssprecherin, Die Grünen) brachte Folgendes ein:

„Die wichtigste Schraube für Verbesserung ist den Personalmangel anzugehen. Deswegen gibt es ab Herbst nun ein Fachkräftestipendium. Wer eine elementarpädagogische Ausbildung macht, kann in dieser Zeit eine monatliche Geldleistung zur Deckung der Lebenshaltungskosten bekommen. Der Fokus muss auf der Prävention liegen, um benachteiligte Familien zu unterstützen. Wir brauchen in Bildungseinrichtungen  viel mehr psychosoziale Unterstützung und Elternarbeit. Außerdem sollten wir alle rausgehen – nicht nur mit den Kindern an die frische Luft – sondern auch mit dem wichtigen Thema elementare Bildung.“

 Schnelle Hilfen

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass es jetzt Hilfestellungen braucht um die aktuellen Belastungen aufzufangen. „Schnelle, unbürokratische und kostenfreie Unterstützung – zum Beispiel durch multiprofessionelle Teams.“ hält Mag.a Caroline Culen, PhD ist Geschäftsführerin Liga für Kinder- und Jugendgesundheit fest. „Im Fokus muss stehen, dass das System Kindergarten/Hort für den Herbst gut vorbereitet ist, damit der Kindergarten für die Kinder eine sicherer Ort des Wohlbefindens und der Bildung sein kann.“  sagt Susanna Haas,  MA (Pädagogische Leiterin, St. Nikolausstiftung).

 Raus aus der Bubble

Einigkeit herrschte darüber die Wichtigkeit elementarer Bildung in der Politik und Gesellschaft zu manifestieren. „Um die soziale Ungleichheit möglichst klein zu halten braucht es die besten Krippen, Kindergärten und Volkschulen in ganz Europa“ – forderte Public Health Experte Martin Sprenger. „Eine langfristig angelegte Werbekampagne die konkret und einfach ist und somit die Gesamtbevölkerung erreicht“ – ist die Vision von Christiane Spiel (Bildungspsychologin, Uni Wien). Festgehalten wurde außerdem, dass es Daten und Fakten braucht um eine bildungsökonomische Betrachtung in den Fokus politischer Entscheidungen zu bringen.

Elementarpädagogische Informationen vom 30. März 2021

[/mk_custom_box]

Regelmäßig elementarpädagogische Informationen erhalten

Wenn Sie sich hier eintragen erhalten Sie 1 – 2 Mal im Monat Informationen über aktuelle Entwicklungen in der Elementarpädagogik. Sie können sich jederzeit mit einem Klick im Newsletter oder per Mail an office@plattform-educare.org abmelden. Weitere Informationen in unserer Datenschutzerklärung.

EduCare unterstützen

Unterstützen Sie EduCare mit einer finanziellen Zuwendung. Ihre Beiträge helfen uns die Interessen der Elementarpädagogik voranzutreiben und uns weiterhin für ihre Forderungen und Ziele einzusetzen.

Danke!

Bankverbindung: Verein zur Förderung der Elementarbildung, IBAN: AT40 12000 51516070505 , BIC: BKAUATWW

Start typing and press Enter to search